Was ist ein Planetarium?

Hier werden häufige  Fragen rund um Planetarien beantwortet!

 

Was ist ein Planetarium?

Ein Planetarium ist ein  kuppelförmiger Raum, auf dessen Innenwand ein Bild projiziert wird. Durch die halbkugelförmige Videoprojektion taucht das Publikum mit seinen Sinnen komplett in das Geschehen ein. Der visuelle Effekt eines Planetariums ist dem eines traditionellen Kinos weit überlegen. 

Viele Städte betreiben Planetarien. Oft sind sie Teil eines Museums oder einer grossen Sternwarte. Die grössten Planetarien haben eine Kuppel von über 20 Metern Durchmesser und Platz für mehrere hundert Zuschauer.

Immer beliebter werden aber auch mobile Planetarien. Hier besteht die Kuppel entweder aus einem aufblasbaren Zelt oder, in seltenen Fällen, aus einer geodätischen Stangenkonstruktion. Diese mobilen Planetarien haben einen Durchmesser von ca. 5 bis 12 Metern und bieten so rund 20 bis 100 Personen Platz.

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Das Zeiss-Grossplanetarium in Berlin

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Publikum in einem Grossplanetarium

Ein aufblasbares, mobiles Planetarium

 

Was ist der Unterschied zwischen einem Planetarium und einem Observatorium?

Planetarien und Observatorien werden oft miteinander verwechselt, da beide in einem kuppelförmigen Gebäude untergebracht sind und etwas mit Astronomie zu tun haben.

Das Wort "Observatorium" stammt vom lateinischen observare und bedeutet "beobachten". Traditionell sind damit Sternwarten gemeint wie z.B. die Urania Sternwarte in Zürich: https://urania-sternwarte.ch/

Hier beobachtet man mit Linsenteleskopen oder Spiegelteleskopen den Nachthimmel im sichtbaren Licht. Die Teleskope sind meistens in einem kuppelförmigen Bau untergebracht, um sie vor Wind und Wetter zu schützen. Diese Kuppel wird dann für die Beobachtung einen Spalt weit geöffnet, damit das Teleskop freie Sicht auf den Himmel hat. 

Im Gegensatz zu einer Sternwarte sieht man im Planetarium den Sternenhimmel nicht live, sondern in einer Simulation. Dafür ist man ist man vom Wetter unabhängig und kann auch bei Regen und Sturm in die Sterne gucken!

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Eine Observatoriumskuppel

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Im Innern eines Observatoriums  (Urania, Zürich)

Wie sitzt man in einem Planetarium?

Planetarien bedienen sich verschiedener Layouts für das Publikum. "Layout" bedeutet, wie die Sitzplätze in der Kuppel angeordnet sind. Die beiden wichtigsten Layouts von Planetarien sind unten dargestellt. Auf der linken Seite die klassische 360°-Projektion. Sie eignet sich wunderbar, um Simulationen des Nachthimmels zu zeigen, da man, wie in der freien Natur, in alle vier Himmelsrichtungen schauen kann. In diesen Planetarien sollte man sich am besten so hinsetzen, dass man in Richtung Süden schaut, da dort in der Regel am meisten passiert.

Auf dem rechten Bild ist das sogenannt "unidirektionale" Layout abgebildet. Die meisten Planetarium-Shows und Filme haben ein visuelles "Zentrum", in dem sich das Hauptgeschehen abspielt. Das Publikum schaut in eine bestimmte Richtung und die Kuppel füllt das natürliche Gesichtsfeld komplett aus. Die Leinwand im Rücken des Publikums wird hier in der Regel nicht bespielt. 

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Klassisches 360°-Planetarium

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Unidirektionales Planetarium

 
 

Wie funktioniert ein Planetariumprojektor?

Hier geht es um die Technik, wie ein halbkugelförmiges Bild im Planetarium erzeugt werden kann. Kleine, mobile Planetarien arbeiten in der Regel mit einem einzigen Projektor. Um das Bild dieses Projektors and die Kuppel zu werfen, gibt es grundsätzlich zwei Techniken. Die eine besteht darin, den Projektor in der Mitte des Raums zu platzieren und das Bild mit einem Fischauge-Objektiv rundum an die Decke zu projizieren. Diese Methode eignet sich sehr gut für klassische 360°-Planetarien, in denen vor allem Nachthimmel-Simulationen gezeigt werden. Eine Abbildung dieser Technik sehen Sie unten links.

Die andere Methode benutzt einen sphärischen Spiegel, mit dem das Bild des Projektors an die Decke geworfen wird. Hier stehen Projektor und Spiegel am Rand des Zuschauerraums. Die besten Plätze in der Mitte der Kuppel bleiben so frei für das Publikum. Diese Art der Projektion eignet sich für ein unidirektionales Layout. Auf dem Bild unten rechts wird das Projektorbild über einen Sekundärspiegel auf den sphärischen Spiegel gelenkt.

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Projektor mit angebautem Fischauge-Objektiv

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Projektor, Umlenkspiegel und sphärischer Spiegel

Grossplanetarien sind im Gegensatz dazu mit einer ganzen Reihe von Projektoren ausgerüstet. Diese ermöglichen eine bessere Bildqualität und das Überblenden von mehreren Bildern. Solche Lösungen sind natürlich auch viel komplizierter und teurer. Früher standen in den Grossplanetarien hochkomplexe Projektoren im Zentrum des Raums, wie unten links gezeigt. Heute sind die Projektoren meistens am Rand des halbkugelförmigen Zuschauerraums versenkt und bespielen jeweils die gegenüberliegende Seite. 

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Ein historischer Zeiss-Projektor

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In einem modernen Planetarium sind die Projektoren kaum mehr sichtbar in der Wand eingelassen.

 

Was macht man in einem Planetarium?

Vereinfacht gesagt ist ein Planetarium ein kuppelförmiges Kino. Durch die spezielle Form der "Leinwand" taucht man jedoch regelrecht ins Geschehen ein. Eine andere Stärke von Planetarien sind interaktive Shows. Der Operateur kann direkt auf Fragen und Wünsche des Publikums eingehen. Ein Planetarium macht Spass und man lernt auch noch etwas dabei. Was gibt es aber in einem Planetarium zu sehen?

Simulationen des Nachthimmels

Planetarien dienen ursprünglich dazu, den Nachthimmel zu simulieren. Die Bewegung der Himmelskörper über das Jahr, Sternbilder und die verschiedensten Himmelsereignisse. Dabei kann der Sternenhimmel zu jedem Zeitpunkt und von jedem Ort auf der Erde angezeigt werden. Da man auch den Zeitverlauf beliebig beschleunigen kann, werden bestimmte Ereignisse am Himmel erst richtig sichtbar. 

Eine fantastische Nachthimmelsimulation, und erst noch kostenlos, ist STELLARIUM: https://stellarium.org/

Simulationen des Weltalls

Heute gibt es auch Software, die nicht nur den Nachthimmel, sondern das ganze uns bekannte Universum darstellen kann. Damit ist es möglich, in vielfacher Lichtgeschwindigkeit unser Sonnensystem zu durchfliegen, dessen Planeten und Monde zu besuchen und sogar den ganzen uns bekannte Kosmos zu erkunden! Einige Beispiele dazu finden Sie hier.

Die Organisation OpenSpaceProject bietet ihre fantastische Weltraumsimulation kostenlos an: https://www.openspaceproject.com/

Fulldome Filme

Für Planetarien gibt es heute ein riesiges Angebot an Filmen, die extra für die Projektion in einer Kuppel produziert wurden, sogenannte Fulldome-Filme. Die meisten dieser Filme behandeln Themen rund um die Astronomie. Es gibt aber auch viele andere Inhalte.  Einige Beispiele zu Fulldome-Filmen finden Sie hier.